Kazembe Orphanage
Dieses Projekt hat sich ganz oben im Norden Sambias in dem Dorf Kazembe angesiedelt, das von der Einwohnerzahl deutschen Kleinstädten Konkurrenz macht. Die nächstgelegene Stadt ist Mansa und die ist ganze 2 Stunden Autofahrt entfernt. Von Lusaka, der Hauptstadt Zambias fährt man mit dem Bus etwa 16 Stunden. Was bewegt jemanden so weit entfernt von irgendeiner Stadt ein Projekt aufzumachen?
Die HIV Rate in Sambia ist allgemein sehr hoch, in Kazembe liegt sie nach Schätzungen sogar noch über dem Landesdurchschnitt von 14%. Es gibt viele Waisenkinder, die beide Eltern verloren haben und wenn das familiäre Netz nicht greift, haben sie niemanden, der sich um sie kümmert. Dieser Zustand kombiniert mit dem Erwerb eines verfallenen, kleinen Hotels bewegte Thomas und Amy, ein amerikanisches Paar, mit ihren eigenen Kindern in Kazembe ein Waisenhaus aufzumachen. Das Waisenhaus nimmt Kinder im Baby- und Kleinkindalter auf. Das Hotel war anfangs so heruntergekommen, dass ganze Bäume aus den Zimmern wuchsen. Nach langen Umbauarbeiten ist es jetzt bewohnbar. Westlicher Schnick-Schnack fehlt allerdings. Dafür gibt es fließendes Wasser aus dem eigenen Brunnen und in der Regel Strom, wenn er nicht ausfällt.
Thomas und Amy haben sich mittlerweile das Vertrauen der Dorfbewohner erarbeitet und kümmern sich derzeit um 15 Kinder im Alter von 0-5 Jahren. Manchmal bringen die Angehörigen oder Freunde der verstorbenen Eltern die Kinder in sehr schlechtem Zustand, so dass intensive medizinische Betreuung notwendig ist. Leider kommt manchmal jede Hilfe zu spät und es gibt Babys, denen sie nicht mehr helfen können. Umso schöner ist es, wenn man Fotos von einem dicken, speckbackigen Baby sieht, welches noch ein paar Wochen vorher vollkommen ausgemergelt im Waisenhaus abgegeben wurde.
Kinder spielen im Garten des Waisenhauses
Das Projekt wächst mit dem Alter der Kinder und steuert auf die Eröffnung einer eigenen Schule hin, da die ältesten Kinder bereits 5 Jahre alt sind. Diese soll dann auch den Dorfkindern in der Nähe des Waisenhauses ermöglichen am Schulunterricht teilzunehmen.
Das Raise a Smile Hostel Berlin unterstützt monatlich den Jungen Nathan mit einem Betrag von 100$. Es wird versucht für alle Kinder Paten aus dem Ausland zu finden, die damit finanziell das gesamte Projekt unterstützen. Die Leitung des Waisenhauses ist sehr herausfordernd und Thomas und Amy haben unzählige Geschichten über Kämpfe mit Ämtern oder Missverständnisse aufgrund von Kulturunterschieden zu berichten. Dass beide das Ganze meist mit Humor nehmen können ist schön zu sehen und ermöglicht ihnen weiterhin diese wichtige Arbeit in ihrem Waisenhaus zu machen.
Wenn man über Kazembe berichtet kommt man nicht drumrum auch über die Umgebung zu erzählen. Bei all den Schwierigkeiten, die das Verwirklichen eines solchen Projektes mit sich bringt, ist die Lage so einsam hoch oben im Norden wunderschön. Wenn man ein bisschen die Umgebung erkundet, fängt man schnell an sich wie ein Abenteurer zu fühlen. Traumhafte Natur erstreckt sich zum großen Teil noch vollkommen unberührt am Horizont. Der Fluß Luapula trennt hier Sambia von der Demokratischen Republik Kongo. Das Marschland ist weitläufig, es wird wohl selten überquert. Ganz in der Nähe befinden sich unglaubliche Wasserfälle, in denen man auch krokodilfrei baden kann und das oft ganz allein. Touristen verirren sich hierher nur zum Mutumboko, einem großen Fest des Mwata Kazembe, des Chiefs, welches das zweitgrößte Festival dieser Art in Sambia ist und damit eine große Rolle im Erhalt der indigenen Kulturen spielt. Das Mutomboko Festival lockt etwa 20000 Besucher und mit ihnen auch den Präsidenten Sambias.
So wie viele andere Regionen Sambias ist auch die Region um Kazembe eine Reise wert. Aber auch wenn Du in der nächsten Zeit nicht selbst an diesem Fleck der Welt vorbeikommst, kannst Du das Kazembe Orphanage unterstützen. Deine Hilfe ermöglicht dem Waisenhaus sich weiterzuentwickeln und all die Ideen in die Tat umzusetzen, die Thomas und Amy noch haben, damit sie in Zukunft noch mehr Kindern helfen zu können.
